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Mein Jahresrückblick 2022: Ich bin ein Stehauf-Frauchen

Kennt ihr die Stehaufmännchen, mit denen kleine Kinder so viel Spaß haben? Diese Figürchen kann man in alle Richtungen kippen und umschubsen, aber sie stehen von selber wieder auf und grinsen dich an. So war mein Jahr 2022. Ich wurde mehr als genug umgeschubst, bin aber letzten Endes immer wieder aufgestanden. Ich bin ein Stehauf-Frauchen 🙂 Nicht alles, was in diesem Jahr los war, kann ich hier beschreiben. Manches ist doch zu privat. Aber es bleibt trotzdem eine ganze Menge übrig, das ich mit euch teilen möchte. In meinem Jahresrückblick geht es um neu gefundene Normalität, um Hospizarbeit, kranke Kater, Covid, ein neues Angebot für Blogger:innen, um den ersten Sport, der mir wirklich Spaß macht, und um Piraten. Viel Freude beim Lesen!

Ein turbulentes, anstrengendes, aber auch buntes und insgesamt gutes Jahr war das.


Mein Rückblick auf meine eigenen Ziele für 2022

Ich muss leider ehrlich sein: Diesen Abschnitt des Jahresrückblicks hätte ich am liebsten übersprungen. Denn ich habe kein einziges Ziel, das ich mir im Jahresrückblick 2021 vorgenommen hatte, erreicht:

  • Ich habe keinen Newsletter gestartet. Dafür ist aber der Blog-Check-up entstanden (dazu weiter unten mehr). Der Newsletter steht nun also für das nächste Jahr auf dem Plan.
  • Das Buchprojekt, das ich fertigstellen wollte, hat nicht geklappt, weil das Projekt dahinter leider eingeschlafen ist. Ganz abgeschrieben habe ich das Thema noch nicht, aber gerade sieht es nicht so super aus.
  • Ich bin in diesem Jahr maximal zehnmal beim Joggen gewesen. Die fünf Kilometer am Stück, die ich 2021 geschafft hatte, sind wieder in unerreichbare Ferne gerückt. Aber dafür habe ich mit einer neuen Sportart angefangen, die mir viel mehr Spaß macht.
  • Hühnernachwuchs gab es nicht und gibt es wohl auch nicht mehr. Die vier Damen, die wir jetzt haben, dürfen hier ein tolles Leben haben, aber damit ist es auch genug.
  • Das Treppenhaus ist noch genauso schäbig wie im letzten Jahr. Das war einfach nicht so wichtig neben den ganzen Herausforderungen und Überraschungen, die das Jahr für uns zu bieten hatte.

Ich musste viel improvisieren und auf Sicht fahren im Jahr 2022. An langfristige Pläne war da schwer zu denken und sie waren noch schwerer umzusetzen. Ich habe trotzdem nicht das Gefühl, ich hätte etwas anders machen müssen. Ich bin sehr zufrieden mit diesem Jahr, auch wenn die Dinge, die ich mir vorgenommen hatte, dann doch keinen großen Raum bekommen haben. Nehme ich mir trotzdem wieder Dinge vor? Klar! Aber ich weiß eben auch, dass es dann doch anders kommen kann.


Mein Jahresrückblick 2022

Ein Jahr Bloggen auf der eigenen Seite

Das Bloggen an sich ist für mich wirklich nicht neu. Ich habe etwa 2006 angefangen und (anonym) mehrere Blogs geführt. Dann habe ich das eigene Bloggen wieder sein lassen und „nur noch“ Blogartikel für Kund:innen und als Gastautorin geschrieben. Das dafür aber reichlich: Insgesamt komme ich locker an die 1000 Blogartikel, die aus meiner Tastatur geflossen sind. Aber die meisten eben nicht für mich selbst.

Im September 2021 habe ich dann endlich den Schritt in die Sichtbarkeit gewagt und wieder mit einem eigenen Blog begonnen. Hier, auf der Homepage, die meinen vollen Namen trägt. Mit Bildern, die mein Gesicht zeigen. Ich bin ehrlich: Das war gar nicht so einfach. Jetzt ist ein volles Jahr mit dem eigenen Blog und der eigenen Homepage vorbei und ich liebe es! Hier habe ich meine eigene Spielwiese. Hier geht es um Themen, die mich interessieren und die mir wichtig sind. Um Themen, von denen ich hoffe, dass sie auch anderen nützlich sind. Und um Themen, die ruhig auch mal persönlicher werden dürfen. Mir war vorher nicht so ganz klar, wie sehr ich das eigene Bloggen eigentlich vermisst hatte 🙂

Dies ist der 35. Blogartikel im Jahr 2022. Nicht so schlecht, finde ich, auch wenn ich mir ein bisschen mehr vorgenommen hatte. Im nächsten Jahr dann mindestens 44 🙂

Neues Angebot: der Blog-Check-up

Vor einigen Wochen habe ich ein neues Angebot ins Leben gebracht: den Blog-Check-up. Er verknüpft perfekt die Dinge, die ich am liebsten tue und am besten kann: Schreiben und anderen Menschen Dinge erklären. Zusätzlich zum reinen Texten biete ich jetzt also den Blog-Check-up an. Das Angebot richtet sich an Personen, die ein eigenes Blog führen und ihr Schreiben verbessern wollen. Ich nehme einen Blogbeitrag unter die Lupe und gebe Tipps, wie dieser und alle weiteren Blogbeiträge verbessert werden können. Die ersten Kundinnen waren begeistert und ich habe riesigen Spaß mit dem Blog-Check-up 🙂 Im nächsten Jahr geht es jetzt unter anderem darum, das Angebot bekannter zu machen.

Intuitiv essen – ein neues Körpergefühl

Seit ich denken kann, kämpfe ich mit meinem Gewicht und wäre gerne etwas schlanker, als ich es bin. Dieses Jahr bin ich bei diesem Thema einen neuen Weg gegangen: Ich habe sämtliche Diäten über Bord geworfen und mich stattdessen am intuitiven Essen probiert. Ich nehme es gleich vorweg: Ich bin nicht schlanker als zu Beginn des Jahres. Ich habe zwar ein paar Kilo abgenommen, aber die haben sich nach und nach wieder eingeschlichen, als ich nicht mehr bei der Sache war. Aber trotzdem hat sich etwas geändert, nämlich mein Verhältnis zum Essen und zu meinem Körper. Das schlechte Gewissen beim Essen ist so gut wie weg. Und die Vorstellung, dass ich bestimmte Dinge nicht essen sollte, auch. Gleichzeitig ist das Vertrauen in meinen Körper deutlich größer geworden. Mir geht es besser mit dem Thema, und zwar bedeutend besser. Im kommenden Jahr gehe ich das Programm noch einmal an. Gescheitert ist die Abnahme nämlich schlicht und ergreifend daran, dass ich nicht lange und aufmerksam genug bei der Sache war, um alte Gewohnheiten nachhaltig mit neuen zu ersetzen.

Endlich wieder LARP

Szene aus dem LARP

Mein LARP-Charakter Irianna beim Heilen. Bild von Nini Schwarzauge.

Die Sache, die ich in der Pandemie am meisten vermisst habe, war das LARP. Genauer gesagt, diese unbeschwerte Art von LARP, in der man die Welt inklusive Pandemie mal außen vor lassen kann. In diesem Jahr war das endlich wieder möglich. Und es hat mir so unendlich gut getan! Fünf mehrtägige Veranstaltungen und einen Tavernenabend habe ich dieses Jahr besucht. Jede einzelne Stunde war so großartig, so wohltuend und heilsam! Ich habe alte und neue Freund:innen (wieder-)getroffen. Habe Heilzauber gesungen und ein Kraftlied für einen Baum. Wurde in die Tunnel einer bösartigen Hexenkönigin entführt und von einem untoten Schamanen beherrscht. Habe mit adeligen Damen im heißen Zuber gesessen, während der beste Barde auf dem Platz für uns musizierte. Habe Söldner:innen dafür bezahlt, mich zu einem alten Friedhof zu begleiten. Habe dem Tod in Augen geschaut, der (oder besser gesagt die) Lieder über sich selbst hören wollte. Und vor allem habe ich Stunde um Stunde mit anderen und für andere Musik gemacht, mit ihnen gelacht, geweint, gegrölt und in Melancholie geschwelgt. Das sind die Gelegenheiten, an denen sich meine Akkus wieder aufladen. Die nächsten Veranstaltungen für 2023 sind schon geplant und ich kann es kaum erwarten.

Corona sucks – Das kam echt zur Unzeit

positiver Coronatest

War ja klar, dass das irgendwann passieren würde. Aber der Zeitpunkt war mehr als ungünstig.

Seit Beginn der Pandemie waren wir wirklich extrem vorsichtig. Haben alles gemieden, was irgendwie hätte gefährlich werden können. Und dann holte uns Covid ein, als es wirklich gar nicht passte. Ausgangspunkt war der Geburtstag der kleinen Nichte. Nur sieben Personen aus dem engsten Familienkreis, alle geimpft, getestet und im Alltag vorsichtig. Trotzdem kam das Virus uneingeladen zur Party und wir alle wurden krank. Der Liebste konnte tagelang nicht das Bett verlassen, ihn hatte es besonders schlimm erwischt. Also, für einen „milden Verlauf“, denn das war es bei uns allen zum Glück. Es hat viele Wochen gedauert, bis wir alle wieder richtig fit waren. Aber fast noch schlimmer als das war der Zeitpunkt, an dem wir krank wurden:

Eineinhalb Wochen, nachdem die ersten Tests positiv wurden, fand nämlich ein weiteres LARP statt. Allerdings nicht irgendeines, sondern unser eigenes. Die Bardenakademie, die der Liebste und ich vor fast 20 Jahren gestartet haben und die zwei Jahre hatte pausieren müssen, öffnete endlich wieder ihre Türen. Wir hatten auf diese Veranstaltung seit vielen Monaten hingearbeitet, hatten organisiert und geplant und uns vor allem danach gesehnt. Nach den Menschen, die wir so lange nicht gesehen hatten. Und nach der ganz besonderen Atmosphäre, die zu dieser Veranstaltungsreihe dazugehört. Und jetzt waren wir krank.

Eine ganze Weile dachten wir, wir würden noch rechtzeitig wieder gesund werden. Bei einem meiner Brüder klappte das zum Glück auch, aber der Liebste und ich und auch der zweite Bruder hatten weiterhin Symptome und positive Tests und konnten daher nicht kommen. Das war eine der Gelegenheiten in diesem Jahr, an der ich wirklich viele Tränen vergossen habe. Ich hatte keine Sekunde lang Zweifel, dass es auch ohne uns eine tolle Veranstaltung werden würde. Und so war es auch, der großartigen Restorga sei Dank. Aber wir waren eben nicht dabei und das war sehr, sehr schmerzhaft.

Im Nachhinein kann ich aber sagen: Es ist auch Gutes daraus entstanden. Zum einen haben der Liebste und ich am Veranstaltungswochenende beschlossen, „Jetzt erst recht!“ in die Welt zu brüllen und das Beste daraus zu machen. Außer uns hatten noch einige weitere Teilnehmer:innen wegen Covid oder anderer Scheußlichkeiten nicht zur Veranstaltung kommen können. Für genau die (und für uns und alle, die sonst noch Lust hatten) beschlossen wir, spontan unseren Streamkanal zu entstauben und ein paar Stunden lang Musik zu machen. Wir mussten ein paar Mal wegen Hustenanfällen unterbrechen, aber davon abgesehen war es ein toller und sehr wohltuender Abend. Das war das eine Gute. Und das andere war das Piraten-LARP in der Woche danach. Zu dem hätten wir uns unter normalen Umständen niemals angemeldet, weil es für unsere gewohnten Charaktere ungeeignet ist und weil es zu kurz nach der eigenen Veranstaltung stattfand. Jetzt suchten wir aber einen Ersatz für das ausgefallene LARP und entschieden kurzerhand, neue Charaktere aus dem Boden zu stampfen und die berühmte Pirateninsel Tortuga zu besuchen. Und wir hatten so unglaublich viel Spaß!

Birgit in Gewandung

Mein Charakter Mailia auf dem Piraten-LARP.

Neues Hobby: Bouldern

„Gehst du am Dienstag mit mir bouldern?“, fragte meine Freundin Stella Anfang des Jahres. „Nein“, sagte ich sofort. Sie amüsierte sich über die prompte Antwort und ich erklärte. Ich sei viel zu unsportlich. Hätte keine Ahnung, wie das geht. Ausrüstung hätte ich schon gar nicht. Dafür aber Höhenangst. Drei Minuten später hatte sie alle Argumente ausgehebelt und ich hatte Ja gesagt. Zum Glück! Ich liebe das Bouldern! Ich bin jetzt 42 und habe wirklich schon viele Sportarten ausprobiert. 80 Prozent davon waren inakzeptabel, 20 Prozent waren mal für eine Weile okay. Aber nie hat mir eine Sportart wirklich Spaß gemacht. Es war immer Pflicht und Notwendigkeit, um den Körper nicht ganz zu vernachlässigen. Beim Bouldern ist das für mich anders. Ich habe Spaß beim Sport! Es geht nicht um das angenehme Gefühl, etwas getan zu haben, sondern um die Freude am Tun selbst! Wer hätte gedacht, dass das beim Sport überhaupt möglich ist? Ich schon mal nicht. Seit diesem Tag irgendwann im Frühjahr gehe ich also mehr oder weniger regelmäßig klettern. Anfangs mit Stella, die dann im Sommer leider weggezogen ist und jetzt woanders klettert. Dafür hat der Liebste aber ebenfalls das Bouldern für sich entdeckt, sodass wir ein neues gemeinsames Hobby haben. Alles daran ist toll 🙂

Birgit beim Bouldern

Wer hätte gedacht, dass Sport Spaß machen kann? Ich schon mal nicht.

20 Jahre rauchfrei

Als ich 14 war, habe ich angefangen, Lucky Strikes zu rauchen. Weil es cool war und ich dazu gehören wollte, wie wohl so ziemlich alle Jugendlichen, die mit dem Rauchen anfangen. Nach einigen Jahren war ich bei einem Big Pack pro Tag, beim Weggehen mehr. Das Rauchen war mit jedem Bereich meines Lebens verflochten und quasi von nichts zu trennen. Wie das halt mit Süchten so ist. Mit 22 habe ich beschlossen: Es reicht jetzt. Auslöser war das berühmte Buch „Endlich Nichtraucher“. Bei mir hat es funktioniert. Ich habe es gelesen, habe eine letzte Zigarette geraucht, den Rest zerbrochen und in den Müll geworfen und dann habe ich aufgehört. In diesem Jahr, am 29. Mai, war ich 20 Jahre rauchfrei, wie ich zufällig festgestellt habe. Ganz schön gut, finde ich 🙂 Ich hatte in den 20 Jahren keinen einzigen Zigarettenrückfall. Auf dem LARP rauche ich manchmal (vielleicht zwei- oder dreimal im Jahr) eine Shisha mit anderen und genieße das sehr. Aber da merke ich dann schon, dass die Suchtsynapsen im Hirn direkt wieder anspringen und mir erzählen, dass ich das doch öfter mal machen sollte. Dass das Bedürfnis wieder wächst. Nie so schlimm, dass es schwierig zu bekämpfen wäre, aber es ist da. Das ist schon bemerkenswert, nach 20 Jahren. In diesem Jahr habe ich jedenfalls gefeiert, dass ich vor 20 Jahren eine sehr, sehr gute Entscheidung für mich getroffen und die letzten Zigaretten in den Müll geworfen habe.

Elbenwald-Festival: Da war er, einer der schönsten Momente des Jahres

Konzert auf der Bühne des Elbenwald Festivals.

Das fulminante Abschlusskonzert auf dem Elbenwald Festival.

Judith von Sympatexter, die auch das tolle Projekt „Jahresrückblog“ ins Leben gerufen hat, hat vor einer Weile eine Frage gestellt: „Was war für euch der schönste Moment in diesem Jahr?“ Mir sind eine ganze Reihe an tollen Erlebnissen eingefallen, viele davon im Zusammenhang mit dem LARP. Aber ein Moment ist doch noch mal spezieller, weil er so unerwartet war. Er fand auf dem Elbenwald Festival statt, das im Ganzen wieder ein unendlich tolles Erlebnis war. Ich liebe die Atmosphäre, die Musik, die Lesungen, die Menschen, den Umgang miteinander, die Deko, einfach alles. Absolutes Pflichtprogramm dort sind für den Liebsten und mich alle Events, an denen Tommy Krappweis beteiligt ist. Ja, da gebe ich gerne zu, ein wenig Fangirl zu sein 😀 Sein Lied „Ein echter wahrer Held“ hat mich ein Stück weit durch die Pandemie getragen und bedeutet mir wirklich viel. Und dann kam der Moment, als Tommy beim Auftritt seiner Band „Harpo Speaks!“ dieses Lied ankündigte und anbot, dass Zuschauer:innen mit auf die Bühne kommen könnten. Der Liebste und ich schauten uns an und eine Minute später standen wir hinter der Band auf der Bühne und sangen mit einem ganzen Chor aus anderen Nerds „Ein echter wahrer Held“. Ich kann euch gar nicht recht beschreiben, wie sehr mich dieser Moment berührt hat. Aber jetzt, wo ich es schreibe, muss ich mir zwei, drei Tränchen verdrücken. Und das Lied anschalten.

Billy ist schon wieder der Sorgenkater

Kater Billy nach seiner Operation

Armer schwarzer Kater. Was sind wir froh, dass es ihm wieder gut geht!

Im letzten Jahresrückblick hat unser Kater Billy schon einen ganzen Absatz bekommen. Damals hatte er einen schlimmen Abszess, der ihm wirklich gefährlich wurde und uns ein paar spannende Wochen einbrachte. Dieses Jahr bekommt er schon wieder sein ganz eigenes Kapitel. Und das kam so:

Er wirkte im Frühling zunehmend schwach und man merkte ihm an, dass er Schmerzen beim Laufen hatte. Eine Röntgenaufnahme ergab: entweder eine massive Arthrose in beiden Hüftgelenken oder Knochenkrebs. Im ersten Fall könnte man mit Schmerzmitteln und eventuell einer OP dagegenarbeiten, im zweiten Fall würde es schnell gehen und man könnte (außer Schmerzmitteln) nicht viel tun. Spoiler: Es war zum Glück „nur“ die Arthrose.

Billy bekam Schmerzspritzen, auf die er leider allergisch reagierte, wie sich nach einiger Zeit herausstellte. Er kratzte sich wieder und wieder den Nacken und die Ohren blutig und sah immer schlimmer aus. Ausreichend waren die Schmerzspritzen auch nicht, man merkte ihm an, dass er wirklich litt. Wir fuhren also auf Anraten der Tierärztin in die Nürnberger Tierklinik und ließen uns über eine Operation beraten. Ein paar Wochen später wurde ihm die linke Hüftkugel entfernt. „Das gleicht der Körper mit Muskeln und Bindegewebe aus“, war die Aussage. Was für mich völlig schräg klang, funktionierte tatsächlich: Noch am Tag der OP stand Billy schwankend auf und lief herum. Natürlich dauerte es lange, bis die Wunde geheilt war und er sich erholt hatte. Aber inzwischen rennt und klettert er wieder. Nicht ganz wie ein junger Kater, aber das ist er ja auch nicht.

Ende gut, alles gut, könnte man sagen. Zumindest fürs Erste. Mal sehen, ob es im nächsten Jahresrückblick wieder ein Kapitel über den Sorgenkater gibt. Gut möglich, dass früher oder später die zweite Seite auch noch operiert werden muss …

Immer wieder anders: Hospizarbeit

Wie viele andere Dinge hatte ich 2020 und 2021 auch die Hospizarbeit weitgehend auf Eis gelegt. In diesem Jahr war das anders:
Ich hatte wieder eine Hospizbegleitung, die diesmal so ganz anders war als die in der Vergangenheit. Bisher war ich in erster Linie in Pflegeheimen zur Begleitung, diesmal war die sterbende Person zu Hause, perfekt versorgt von der Familie, Nachbar:innen, Pflegekräften und Ärzt:innen. Ich spielte nur eine kleine Nebenrolle. Ich kam einmal pro Woche, um die Familie für zwei Stunden zu entlasten. Die meiste Zeit saß ich einfach da und las in einem Buch, weil es nicht mehr zu tun gab. So ist die Begleitung eben manchmal auch 🙂

Auch die Schulbesuche liefen langsam wieder an. Ich bin in einem Team im Hospizverein, das hin und wieder in Schulen eingeladen wird, um dort Jugendlichen von der Hospizarbeit zu erzählen und mit ihnen über den Tod zu sprechen. Ich mag das sehr. Wenn man die Jugendlichen auf dem richtigen Fuß erwischt (und meistens gelingt das), kommen dabei so tolle und intensive Gespräche zustande! Ich wünsche mir manchmal, dass das die Sorte Menschen mitbekommen würde, die ständig über die Oberflächlichkeit, Faulheit und Ignoranz der Jugend schimpft. Da würden sie vielleicht sehen, dass das völliger Quatsch ist.

Zusätzlich ist auch im Ausbildungsteam wieder einiges zu tun. Einen Ausbildungskurs gab es in diesem Jahr leider nicht. Dafür haben wir die Zeit genutzt, um uns personell, organisatorisch und inhaltlich anders aufzustellen. Die ersten Änderungen haben wir vor Kurzem beim Infoabend ausprobiert und sie sind sehr vielversprechend. Im Januar geht es mit dem neuen Ausbildungskurs los, auf den ich mich schon sehr freue 🙂


Meine 3 liebsten eigenen Blogartikel des Jahres

Insgesamt habe ich (mit diesem hier) 35 Blogartikel hier geschrieben. Das sind meine Top 3:

  • Deutsch*in? Warum Alicia Joe mit ihrem Video zur Gendersprache unrecht hat: Dieser Artikel ist mit großem Abstand der meistgelesene auf meinem Blog. Auslöser war ein Freund, der mich anrief und fragte, was ich von Alicia Joes Video hielte. Das klinge doch ganz vernünftig. Ich schaute es mir an, schnaufte tief durch, kündigte meinem Freund an, dass das ein längeres Gespräch werden würde, und analysierte das Thema. Anschließend fand ich, dass ich das auch auf dem Blog veröffentlichen sollte. Und das fanden viele Leser:innen auch 🙂
  • Sterben begleiten: So wird Sterben zu Hause möglich. Dieses Thema liegt mir einfach am Herzen und ich finde, es sollten viel mehr Menschen wissen, wie es gehen kann, Zugehörige beim Sterben zu begleiten. Deshalb habe ich es in diesem Blogartikel noch mal ausführlicher erklärt.
  • 9 Dinge, die meine Kundinnen und Kunden über mich wissen sollten. Dieser Text ist in der Blognacht entstanden und ich mag ihn wirklich sehr. Er ist persönlich, hat aber trotzdem ganz direkt mit meinem Business zu tun. Ich glaube, er gibt Menschen, die mit mir arbeiten wollen, ein recht gutes Bild von mir und meiner Arbeitsweise.

Was 2022 sonst noch so los war:

  • Der kleine Igel, den wir letztes Jahr aufgepäppelt und dann im Garten in den kontrollierten Winterschlaf geschickt haben, ist im April gesund und munter wieder aufgewacht 🙂

    Igel auf der Waage

    Da ist die Kleine, gesund und munter, kurz bevor wir sie endlich freilassen konnten.

  • Ich habe angefangen, zu sticken. Der Gedanke ist, meine LARP-Gewandung zu besticken, das habe ich bisher allerdings noch nicht gemacht. Aber für tolle Deckchen und Bilder hat es schon gereicht.

    Stickrahmen mit gesticktem Bild

    Schon ganz gut, finde ich 🙂

  • Ich habe ein sehr spannendes Online-Seminar zum Trauermodell von Lavia mitgemacht. Wirklich gut, emotional direkt greifbar und sehr einleuchtend!
  • Der Liebste und ich haben die MS Experimenta besucht, ein schwimmendes Science Center. Ich liebe so was ja 🙂

    bunte Schatten

    Ich war wirklich beeindruckt, wie viele spannende Experimente man auf so einem Schiff unterbringt 🙂

  • Ich bin jetzt die einzige im Haushalt, die noch ihren Blinddarm hat.

    Krankenhausverordung

    Man gönnt sich ja sonst nichts …

  • Der Liebste hat uns einen wunderschönen Gartenpavillon gebaut, in dem wir dieses Jahr auch endlich mal wieder eine kleine Gartenparty mit Freund:innen feiern konnten.

    Pavillon

    Wie ein zusätzliches Wohnzimmer im Garten.

  • Mein jüngerer Bruder und ich haben unsere neue Tradition aus dem letzten Jahr fortgeführt und uns mehrmals für längere Geocaching-Runden getroffen.

    Birgit und Roland beim Geocachen

    Dieses Jahr haben wir, glaube ich, sechs lange Runden geschafft.

  • Ich war seit Langem mal wieder im Zoo. Meine liebsten Tiere waren die Seekühe, die Geparden und die Bonobos 😀
  • Eine Katze ist eine Katze ist eine Katze.

  • Die meisten Texte, die ich für andere schreibe, erscheinen nicht unter meinem Namen. Aber zumindest ein paar der Texte in der LARPzeit kann ich euch zeigen.

    Auch in digitalen Zeiten ist es immer wieder schön, eigene Texte gedruckt zu sehen 🙂

12 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo liebe Birgit,

    wow, was für ein bewegtes Jahr.

    Tut mir so leid zu lesen, dass ihr euch Corona eingefangen habt und nicht zu der LARP-Veranstaltung gehen konntet. 🙁 Kann verstehen, dass dir das sehr wehgetan hat.

    Dass du 20 Jahre rauchfrei bist, finde ich klasse. 🙂 Weiter so!

    Und das mit dem intuitiven Essen finde ich auch interessant. Das sollte ich mir auch mal näher anschauen. Ich hab nämlich auch Probleme mit der Ernährung.

    Ich wünsche dir und deinen Lieben frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

    Liebe Grüße
    Mim

    Antworten

    • Liebe Mim,

      herzlichen Dank, das wünsche ich dir auch! Falls du es mit dem intuitiven Essen versuchst, würde mich deine Erfahrung interessieren 🙂

      Viele Grüße
      Birgit

      Antworten

  2. Seit dem ich mich vegan ernähre habe ich auch ein anderes Körpergefühl.
    Essen verändert einen Menschen nicht nur vom Äußeren, sondern auch vom Inneren.

    „Du bist, was du isst“ – ein sehr guter Film

    Antworten

    • Hallo Maria,

      danke für deinen Kommentar 🙂 Beim intuitiven Essen geht es nicht um eine vegane oder ansonsten festgelegte Ernährungsweise. Es geht darum, wieder zu spüren, wann man hungrig oder satt ist und was man gerade braucht. Aber ich stimme dir zu: Essen verändert Menschen auch vom Inneren.

      Viele Grüße
      Birgit

      Antworten

  3. Liebe Birgit,

    das mit dem Essen kenne ich nur zu gut. Ich kann locker 10 Kilo schnell abnehmen, aber habe sie dann leider auch genauso schnell wieder drauf 😋😥 Aber ich glaube auch, dass es viel wichtiger ist, sich wohl zu fühlen und Dinge zu essen, die einem gut tun. Darauf legen ich jetzt viel mehr den Fokus.

    Ich wünsche dir ein wundervolles 2023.

    Herzensgrüße
    Mascha

    Antworten

    • Ja, ich glaube auch, dass das viel wichtiger ist 🙂 Danke für deinen Kommentar!

      Antworten

  4. Hallo Birgit,
    Danke für den Einblick in dein bewegtes Jahr.
    Mit den Hühnern geht es uns fast genauso … wir haben seit einigen Jahren Hühner im Garten und sind jetzt Ende 22 an einem Punkt, an dem wir unser Leben an ein paar Stellen neu fokussieren müssen/wollen. Und das Federvieh fällt dem quasi zum Opfer. Unsere Nachbarn, mit denen wir das Legepersonal bislang teilten, übernehmen nun ganz.

    Dir einen wunderbaren Start ins neue Jahr!
    Heiko

    Antworten

    • Hallo Heiko,

      das klingt nach einer sehr guten Lösung! Besonders viel Arbeit machen die Hühner ja gar nicht. Aber diese Regelmäßigkeit, mit der zu ganz bestimmten Zeiten jemand da sein muss, um die Damen rein- oder rauszulassen, die ist manchmal ganz schön nervig. Noch haben wir die Damen sicher einige Jahre, aber wir müssen uns jetzt nicht die nächste Generation heranzüchten 🙂

      Auch dir einen guten Rutsch und bis dahin ein paar entspannte Tage 🙂

      Viele Grüße
      Birgit

      Antworten

  5. Du bist ein so wunderschöner Mensch. Ich schätze Deine Worte und wie Du sie zu setzen weißt.
    Dein Geist ist groß, Du solltest unbedingt etwas Größeres schreiben. Binde Dich nicht an andere Projekte, sondern erschaffe Deine eigene Welt, in der Du Schöpferin sein kannst; und erzähle diese Geschichte, unbedingt!
    Außerdem finde ich, dass Du hübsch aussiehst. Ob mit mehr oder weniger Kilo spielt keine Rolle.

    Dein Jahresrückblick hat mich interessiert und ich freue mich, dass Ihr alles so weit habt bewältigen können.
    Für das kommende Jahr wünsche ich Dir, Deinem Liebsten und dem Rest der Familie, sowie dem Blinddarm alles Gute.

    Liebe Grüße
    Peter

    Antworten

    • Hallo Peter,

      vielen Dank für deine Worte 🙂 Was das fiktionale Schreiben angeht: Mal sehen, was wird. Du weißt ja selber, dass es nicht so einfach ist, mit Büchern Geld zu verdienen. Im Moment bin ich sehr zufrieden mit den „Gebrauchstexten“, die ich schreibe. Aber wer weiß, was noch kommt.

      Liebe Grüße
      Birgit

      Antworten

  6. Liebe Birgit,

    was für ein bewegendes Jahr und ich finde es überhaupt nicht schlimm, wenn man seine Ziele nicht schafft. Vor allem wenn so vieles dazwischen kommt. Zudem hast du ja super Alternativen gefunden, wie das Bouldern. Muss ich auch mal ausprobieren.

    Bezüglich des intuitiven Essens kann ich dich nur ermutigen, das weiterzumachen. Ich habe noch nie eine Diät gemacht, weil ich schon immer intuitiv esse. Hab‘ ich zumindest dieses Jahr von einer Freundin erfahren, die mein Essverhalten analysiert hat.

    Und dein Blog-Check-Up hört sich super an. Das hilft Selbständigen, deren Expertise woanders liegt, bestimmt sehr. Beide Daumen hoch!

    Genieß die letzten Tagen in 2022 und komm gut ins neue Jahr.

    Viele Grüße
    Stefanie

    Antworten

    • Hallo Stefanie,

      danke für deinen netten Kommentar 🙂 Ich kann nur empfehlen, das Bouldern auszuprobieren! Ja, das intuitive Essen versuche ich wieder. Es ist halt nicht so einfach, sich eine neue Intuition anzueignen, die bisher von „mehr Zucker ist mehr gut“ überdeckt wird 😀

      Liebe Grüße
      Birgit

      Antworten

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