
Wichtig zu wissen: Dieser Blogartikel ist zuerst in meinem virtuellen ADHS-Adventskalender „Neurodivergenz und Zimt“ erschienen. Genau genommen war er Türchen 1 und trug den Titel „ADHS-Alltagstipp: Selbstgespräche, Festivalbändchen und Putzkraft Annemarie“. Wenn du noch einsteigen und bis zum 24. Dezember jeden Tag eine Mail mit einem ADHS-Tipp bekommen möchtest, kannst du dich hier anmelden. Aber jetzt geht es erst mal los mit dem Thema:
Wenn aus dem Teekochen drölf andere Aufgaben werden
Eigentlich wollte ich nur kurz einen Tee kochen, aber dann war die Spülmaschine fertig und ich habe angefangen, sie schnell auszuräumen. Dann fiel mir ein, dass ich noch dringend diese eine E-Mail beantworten wollte. Also schnell das Handy gezückt und vorher ganz kurz bei Instagram reingeschaut. Oh, hoppla, die Spülmaschine … Also dort weitermachen und feststellen, dass die Schublade mit den Tupperdosen nicht mehr richtig zugeht. Die wollte ich ja eh schon längst aussortieren, das mache ich schnell …



To-Want, nicht To-Do, das ist ein entscheidendes Detail bei diesem Experiment. Vor zwei Jahren bin ich schon mal dem Aufruf von
To-Do-Listen sind wichtig, keine Frage. Ohne Listen und Pläne würde ich überhaupt nichts auf die Reihe bekommen. Aber leider sieht die Realität dann oft so aus: Ich bin überwältigt von der extrem langen To-Do-Liste, auf der mir alle Punkte gleich wichtig vorkommen. Außerdem laufen immer irgendwelche Dinge anders, als ich sie geplant habe, und am Ende des Tages sind kaum Aufgaben abgehakt. Und das fühlt sich richtig beschissen an, weil es mit schlechtem Gewissen, dem Gefühl von Scheitern und einem vagen Empfinden von Unfähigkeit einhergeht.



