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Fangt endlich an, Bücher wegzuwerfen!

Bücher wegwerfen kann wirklich befreiend sein.

Bücher wegwerfen kann wirklich befreiend sein.

Rumms.

Bücher in eine Altpapiertonne zu werfen, macht ein viel massiveres Geräusch, als ich gedacht hätte. Schnell noch ein bisschen Pappe oben drauf, muss ja nicht jeder sehen …

Beim ersten Mal, als ich schweren Herzens ein paar Bücher weggeworfen habe, fühlte es sich ein bisschen an, als hätte ich gerade kleine Kätzchen ausgesetzt. Inzwischen geht mir das viel leichter von der Hand. Ich sortiere regelmäßig Bücher aus. Nicht alle werfe ich weg, aber einen Teil schon. Und das solltet ihr auch tun!

Bücher wegwerfen, obwohl man sie liebt?

Ich liebe Bücher. Wirklich. Ich habe Bücher in meinem Regal, die ich schon mehr als zehnmal gelesen habe und die fast schon auseinanderfallen. Ich habe Bücher, die ich regelmäßig zur Hand nehme und ehrfürchtig durchblättere. Ich habe Bücher, die schon meine Mutter in ihrer Kindheit begleitet haben, eines sogar von meiner Oma. Es gibt Geschichten, die ich immer wieder hervorziehe, wenn es mir schlecht geht, und andere, mit denen ich wundervolle Erinnerungen verbinde.

Diese Bücher hüte ich wie einen Schatz. Einige von ihnen werden mich sicher noch mit ins Altenheim begleiten.

Aber, ganz ehrlich: Solche Bücher sind die Ausnahme. Bei den meisten Büchern ist das anders:

  • Es gibt Fehlkauf-Bücher, die monate- oder sogar jahrelang auf meinem Stapel ungelesener Bücher liegen und mich vorwurfsvoll anschauen.
  • Es gibt Bücher, die ich angefangen habe und nicht mochte.
  • Es gibt Bücher, die in der Vergangenheit mal sehr nützlich für mich waren, über die ich mich aber hinausentwickelt habe. Deren Themen nicht mehr meine sind oder deren Herangehensweise ich heute nicht mehr gut finde.
  • Es gibt eine Menge Bücher, die wirklich schlecht gealtert sind. 
  • Und dann gibt es noch eine Unmenge an Büchern, die ich gerne gelesen habe, aber mit höchster Wahrscheinlichkeit nicht noch einmal lesen will.

All diese Bücher sortiere ich regelmäßig aus. Und manche davon werfe ich einfach weg. Aus meiner Erfahrung kann ich dir inzwischen sagen: Bücher wegwerfen tut unheimlich gut.

Die ungerechtfertigte Heiligsprechung des Buches

Bücher zu lieben ist weit verbreitet. Leider ist die Bibliophilie sehr häufig mit der Vorstellung verbunden, man dürfe Bücher nicht wegwerfen. Niemals. Auf keinen Fall.

Warum eigentlich?

Ein Buch an sich hat keinen Wert, es ist nur ein Medium. Interessant wird das Buch erst durch den Inhalt, durch die wertvollen Informationen, die inspirierenden Gedanken, die zauberhaften Geschichten.

Wenn das anders wäre, müsste man auch leere Notizbücher ehrfürchtig ins Regal stellen. Oder alte Buchkalender. Oder Telefonbücher. Oder Groschenromane. Oder pornografische Schriften aus den 70ern. Oder „Mein Kampf“. 

Die weitverbreitete Verherrlichung von Büchern stammt noch aus Zeiten, in denen Wissen für immer verloren gehen konnte, wenn man Bücher zerstört hat. Aus Zeiten, in denen Bücher mehr oder weniger die einzige Möglichkeit waren, sich Wissen anzueignen oder in andere Welten abzutauchen. Heute ist das völlig anders. Wissen und Geschichten sind auf so viele Weisen zugänglich und jederzeit wieder beschaffbar, dass Bücher nur eine Möglichkeit von vielen darstellen.

Bücher wegwerfen, um das Übermaß zu kontrollieren

Mit den Büchern ist es heute so wie mit den meisten anderen Gegenständen: Es gibt sie im Überfluss. Wir können jederzeit Bücher kaufen oder sie (fast) kostenlos in Leihbüchereien, auf Flohmärkten oder Bücherschränken bekommen. Einen Mangel an Büchern gibt es nicht, ganz im Gegenteil. Das Problem sind eher Platz und Zeit. Wann soll man die ganzen Bücher lesen? Und wohin damit, wenn man sie ausgelesen hat?

Die Kunst besteht in den meisten Bereichen unseres Lebens darin, das Überangebot zu beherrschen. Nicht mehr zu essen, als uns gut tut. Die Wohnung nicht mit ungenutzten Dingen vollzustellen. Uns nicht den ganzen Tag mit Informationen zu umgeben, die uns belasten. Realistisch einzuschätzen, was wir noch brauchen und was nicht.

Warum sollten ausgerechnet Bücher von diesem Prozess ausgenommen werden? Bücher wegwerfen, das kann ein echter Befreiungsschlag sein, der wieder Luft und Platz für andere Dinge schafft. 

Natürlich muss der Weg zum Altpapier nicht der erste Schritt sein. Manche Bücher kann man auch auf andere Weise weggeben:

Sechs Wege, Bücher sinnvoll weiterzugeben (und die Bitte, das nicht mit allen Büchern zu tun):

Wenn du Bücher aussortiert hast (Herzlichen Glückwunsch!), gibt es verschiedene Möglichkeiten, um sie sinnvoll loszuwerden:

1. Bücher an Bibliotheken abgeben

Diesen Tipp liest man ziemlich oft. Allerdings gilt er nur mit Einschränkungen. Bibliotheken sammeln nicht wahllos irgendwelche Bücher ein, sondern sie haben ein wohldurchdachtes Sortiment, das immer wieder geändert und angepasst wird. Auch Bibliotheken entsorgen Bücher, und zwar in großen Mengen.

Frag deshalb genauer nach, welche Bücher die Bibliothek haben möchte. Meine freut sich über Bücher, die in den letzten zwei, drei Jahren erschienen und in gutem Zustand sind. Alles andere hat kaum Chancen, in die Regale gestellt zu werden. Ein Teil der gespendeten oder aussortierten Bücher wandert dann auf den jährlichen Bücherflohmarkt, bei dem aber immer noch Massen an Büchern übrig bleiben. Und was passiert mit denen? Sie wandern ins Altpapier, haben davor aber noch mehreren Menschen eine ganze Menge unnötiger Arbeit gemacht.

2. Bücher verschenken

Eine gute Möglichkeit für einzelne Exemplare ist das Verschenken. Das funktioniert aber nur dann, wenn du konkret jemanden vor Augen hast, dem du es weitergeben möchtest. Und auch bei dieser Möglichkeit solltest du vorher unbedingt nachfragen, ob das Geschenk wirklich Freude macht. Denn auch andere haben viel mehr Bücher zu Hause, als sie jemals lesen können.

In einer belebten Gegend funktioniert vielleicht noch eine Kiste mit der Aufschrift „Zu verschenken“. Da das mit wenig Aufwand verbunden ist, kann es einen Versuch wert sein.

3. Bücher „freilassen“

Kennst du Bookcrossing? Das ist eine Plattform, auf der man Bücher registrieren und mit einem Etikett versehen kann. Dann legt man sie an einem öffentlichen Ort ab und hofft, dass jemand sie findet, liest und anschließend wieder „freilässt“. Theoretisch kann man auf diese Weise den Weg eines Buches von Leserin zu Leser weiterverfolgen, denn die Finder:innen sind angehalten, sich zu ihrem Fund auf der Plattform zu äußern.

Ich habe das früher ausprobiert. Es macht schon irgendwie Spaß und kann bei ganz bestimmten Büchern vielleicht funktionieren. Meine Erfahrung ist aber: Das Registrieren funktioniert meistens nicht. Ich habe noch nie Rückmeldung von einem Finder oder einer Finderin bekommen. Außerdem ist es ein recht großer Aufwand, Bücher einzeln zu etikettieren und sie dann unauffällig und wettergeschützt an einem sinnvollen Ort liegen zu lassen. Und schließlich ist das Buch dann eben doch nicht wirklich weg, sondern die Bindung bleibt bestehen. Nicht gerade das, was ich unter Aussortieren verstehe.

Das Freilassen von Büchern ist eine Variante für einzelne Bücher, deren Inhalt dir wirklich wichtig ist und die du zum Beispiel doppelt hast. Wirklich alltagstauglich ist sie aber nicht.

4. Bücher auf dem Flohmarkt verkaufen

Dinge auf einem Flohmarkt verkaufen, in der Vorstellung: Glückliche Käufer ziehen mit den aussortierten Dingen von dannen, die nun endlich wieder eine sinnvolle Verwendung finden. Der Müll des einen ist der Schatz des anderen und so. Und am Ende bleibt noch ein schöner Gewinn in der Kasse.

Dinge auf einem Flohmarkt verkaufen, in der Realität: Man schleppt schwere Kisten durch die Gegend, sitzt stundenlang im Regen oder in sengender Hitze. Die potenziellen Kunden wollen entweder gar nichts kaufen oder zumindest gar nichts dafür bezahlen. Der Tag schreitet fort und man will am liebsten die Dinge nur noch verschenken, damit man sie nicht wieder heimtragen muss. Funktioniert nicht, also trägt man 95 % der Kisten wieder nach Hause und freut sich, wenn die Einnahmen die Standgebühr und den Döner zu Mittag decken.

Ganz echt: Flohmärkte rentieren sich für Normalsterbliche fast nie. Und was besonders schlecht geht, sind Bücher. Probiere es gerne mal aus, wenn du möchtest. Aber frag dich hinterher kritisch, ob es jetzt deine Lebenszeit und Nerven wert war, dass dass du drei Bücher vor dem Altpapier bewahrt hast.

5. Bücherschränke nutzen

In vielen Städten gibt es öffentliche Bücherschränke, in die man Bücher einstellen und auch kostenlos mitnehmen kann. Eine tolle Sache, wie ich finde! In Bücherschränken kann man durchaus das eine oder andere Schätzchen finden.

Aber hier stehen auch all die Bücher, die eigentlich niemand mehr braucht und bei denen sich jemand gescheut hat, sie in den Müll zu werfen. Alte Schulatlanten von 1985. Lehrbücher zu DOS. Uralte, zerfledderter Kinderbücher mit Kritzelzeichnungen über der Schrift. Viele Bücherschränke haben Pat:innen, die dort nach dem Rechten sehen und unbrauchbare Sachen hin und wieder entfernen. Trotzdem stehen dort viele Bücher, die wahrscheinlich niemals wieder jemand lesen wird.

Auch bei Bücherschränken solltest du dir also vorher die Frage stellen, ob du mit den Büchern wirklich noch jemandem eine Freude machst oder ob du es nur auf andere schiebst, deine Bücher wegzuwerfen.

6. Gebrauchte Bücher per App verkaufen

Momox und Rebuy sind wohl die bekanntesten Abnehmer für gebrauchte Bücher im Netz. Du kannst sie in der entsprechenden App oder in der Browserversion nutzen. Man gibt einfach die ISBN ein oder scannt den Barcode und bekommt sofort ein Angebot, was für das Buch noch gezahlt wird. Sobald man über 10 Euro kommt, kann man die Bücher einpacken und kostenfrei versenden. Nach der Prüfung der Bücher kommt sehr zuverlässig das Geld aufs Konto.

Diese Möglichkeit ist für mich die beste, weil sie sehr einfach ist und wenig unnötige Zeit in Anspruch nimmt. Gleichzeitig ist sie eine wichtige Einschätzungshilfe, ob ein Buch noch etwas wert ist. Die Preise berechnen sich nach einem Algorithmus, der vor allem auf Angebot und Nachfrage beruht. Und wenn keiner der beiden Anbieter mir auch nur 10 Cent für ein Buch zahlen möchte, dann kann ich davon ausgehen, dass es kaum noch jemand braucht. Und dann ist die Altpapiertonne häufig der sinnvollste Weg. Ja, Bücher wegwerfen ist erlaubt. Wirklich.

Fazit: Macht euch frei von euren Büchern!

Jedenfalls von denen, die euch nicht glücklich machen und die ihr nicht noch einmal lesen wollt. Gebt sie sinnvoll weiter, wenn das mit vertretbarem Aufwand möglich ist. Aber traut euch auch, sie einfach wegzuwerfen, wenn der Aufwand zu groß wäre oder wenn vermutlich sowieso niemand mehr Freude daran hätte.

Wenn ihr nämlich Bücher losgeworden seid, die ihr nicht mehr braucht, kommen die wirklich wichtigen, wertvollen, emotionalen Bücher in eurem Bücherschrank erst richtig zur Geltung. Dann habt ihr ein Regal voller Bücher, von denen ihr jedes einzelne liebt. So sollte es doch sein.

Rechtschreib-Quickie: Wie schreibt man PS?

Rechtschreib-Quickie: Wie schreibt man PS?

Wie schreibt man PS? Mit oder ohne Punkt?

PS steht für Postskriptum und bedeutet so viel wie „dahinter schreiben“. Man nutzt diese Abkürzung, um an einen eigentlich fertigen Text noch eine Information anzuhängen. Ursprünglich diente das Postkriptum als Möglichkeit, noch etwas Vergessenes zu einem (handschriftlichen) Brief hinzuzufügen, ohne ihn neu schreiben zu müssen. Heute wäre das nicht mehr nötig, weil man ja in elektronische Schriften jederzeit etwas einschieben kann. Das PS ist heute ein Stilmittel geworden.

Aber wie schreibt man PS denn eigentlich? Ohne Punkt, mit Punkt oder gar mit zwei Punkten?

Schreibt man PS, PS. oder P.S.?

Üblicherweise zeigt man Abkürzungen mit einem Punkt am Ende an. Bei PS ist das nicht so, es wird ohne Punkt geschrieben. Allerdings setzt man normalerweise einen Doppelpunkt zwischen PS und den eigentlichen Text.

Beispiel:

„PS: Ich freue mich auf unser Treffen nächste Woche.“

Achtung: Im englischen Sprachraum setzt man üblicherweise Punkte zwischen die beiden Buchstaben und schreibt P.S.

PPS, PPPS und PPPPS:

Wer nach dem PS noch eine weitere, neue Information anfügen will, stellt ein weiteres P davor.

Theoretisch lässt sich das unbegrenzt fortführen. Praktisch solltest du dir gut überlegen, ob alles über PPS wirklich nötig ist.

Mehr Infos auch zur Geschichte des Postskriptums findest du hier bei Wikipedia.

PS: Der Platz ganz am Ende eines Textes ist besonders prominent, hier schauen Leser:innen aufmerksamer hin als an andere Stellen des Textes. Deshalb sind kurze, aber wichtige Informationen hier gut aufgehoben.

PPS: Weitere nützliche Rechtschreib-Quickies findest du hier.

12 von 12 im November

Als ich vor vielen Jahren schon mal unter ganz anderem Namen gebloggt habe, da gab es die Aktion „12 von 12“ schon. Und – ich war genauso erstaunt wie erfreut – es gibt sie immer noch! Caro von „Draußen nur Kännchen“ sammelt an jedem 12. des Monats die Beiträge andere Blogger:innen, die an diesem Tag ihren Alltag in 12 Bildern festgehalten haben. Ich bin dabei! Hier kommen meine 12 Bilder des heutigen Tages: Read more

Geocaching: Wie fange ich an?

Geocaching - wie fange ich an?

Anfänger-Guide für das Geocaching: Wie fange ich an?

Vor Kurzem habe ich darüber geschrieben, was mich am Hobby Geocaching so begeistert. Daraufhin habe ich mehrere Rückmeldungen von Personen bekommen, die das Geocaching auch mal ausprobieren wollen, aber nicht wissen, wie sie damit anfangen sollen. Deshalb folgt nun hier eine Anleitung mit Tipps für die Geocaching-Ausrüstung, die Auswahl der ersten Caches, das Suchen, Finden und Loggen. Viel Spaß damit!

Geocaching: Wie funktioniert das überhaupt?

Beim Geocachen geht es darum, ein Behältnis mit einem Logbuch zu finden, das andere Spieler ausgelegt haben. Mit GPS-Koordinaten kommt man bis auf wenige Meter an den Fundort heran. Dann heißt es Suchen. Wenn der Cache gefunden ist, trägt man den eigenen Cache-Namen in das Logbuch ein und versteckt den Geocache wieder für die nächsten Finder:innen. Manchmal sind in den Geocaches auch kleine Tauschgegenstände zu finden, aber dieser Aspekt steht nicht im Vordergrund des Hobbys. Read more

Rechtschreib-Quickie: „tot“ oder „Tod“?

Rechtschreib-Quickie: Tot oder Tod?

Schreibt man „tot“ oder „Tod“? Die Unterscheidung fällt oft schwer.

In den meisten Fällen werden verwandte Wörter auch gleich geschrieben. Aber es gibt Ausnahmen, die dann regelmäßig zu Verwirrung führen. So ist das auch bei den beiden Wörtern tot und Tod. Ich erkläre dir in diesem Rechtschreib-Quickie, wann welche Schreibweise zum Einsatz kommt.

Tot oder Tod – die Unterscheidung:

„Tod“ ist ein Substantiv (Hauptwort) und bezeichnet ein Ereignis, nämlich das Ende des Lebens. Im übertragenen Sinne wird es auch als mystische Person verwendet, die den Tod bringt. Alle hiervon abgeleiteten Wörter werden mit D geschrieben. Anwendungsbeispiele:

  • einen schrecklichen Tod sterben
  • im Augenblick des Todes
  • Gevatter Tod
  • sich zu Tode langweilen

Dagegen handelt es sich bei „tot“ um ein Adjektiv (Eigenschaftswort). Es bezeichnet einen Zustand und hängt mit dem Verb „töten“ zusammen. Anwendungsbeispiele:

  • eine tote Katze
  • drei Tote beim Unfall (= drei tote Menschen).
  • wie tot erscheinen
  • tot geboren werden

Ableitungen von „tot“ oder „Tod“:

Neben dieser relativ einfachen Unterscheidung gibt es noch eine Vielzahl von Ableitungen, die nicht immer ganz simpel sind.

Oft (aber leider nicht immer) hilft es, sich zu überlegen, von welchem der beiden Wörter eine Zusammensetzung abgeleitet ist. Geht es um den Moment des Sterbens oder um eine Personifizierung des Todes? Dann werden die Wörter meistens mit D geschrieben. Oder geht es um die Beschreibung eines Zustandes? Dann wird das Wort meist mit T geschrieben.

Ein paar Beispiele für dich:

  • Wörter wie „mausetot“ oder auch „untot“ sind Adjektive, die genau wie „tot“ einen Zustand beschreiben.
  • „Totenstille“ leitet sich von den Toten ab (= still wie die Toten). Gleiches gilt zum Beispiel für Totengedenken (= Gedenken an die Toten) oder Totenglocke (= Glocke, die für die Toten geläutet wird).
  • Gleiches gilt für Zusammensetzungen wie „totschlagen“ (= schlagen, bis jemand tot ist).
  • „Todesangst“ (= Angst vor dem Tod) oder „Todesverachtung“ (= Verachtung dem Tod gegenüber) beziehen sich dagegen auf den Tod als Ereignis und werden deshalb mit D geschrieben.
  • Manchmal wird die Vorsilbe „tod-“ als Verstärkung genutzt. Beispiele sind „todlangweilig“, „todmüde“ oder „todsicher“.

Im Zweifel einfach nachschlagen

Die grundlegende Unterscheidung zwischen „tot“ und „Tod“ ist dir klar, aber bei den Ableitungen und Einzelfällen bist du dir oft nicht sicher? Das geht mir bei manchen Wörtern auch immer wieder so. Kein Grund, sich zu ärgern. Wenn du in diesem Moment auf die Idee kommst, nachzuschlagen, ist schon sehr viel gewonnen. Mir hilft im Zweifel immer noch der gute, alte Duden, allerdings schon seit vielen Jahren digital. Es ist auch für Profis keine Schande, die Schreibweise von Wörtern nicht zu wissen.

Kann man den Unterschied zwischen „tot“ und „Tod“ nicht hören?

Leider nicht. Im Deutschen gibt es das Phänomen der Auslautverhärtung. Das bedeutet, dass ein „weicher“ Buchstabe am Ende einer Silbe oder eines Wortes trotzdem hart ausgesprochen wird.

Hören kann man den Unterschied nur dann, wenn das D oder T in die Mitte einer Silbe rutscht, zum Beispiel bei „dem Tode nah“ oder „eine tote Person“.

Du kannst noch mehr Tipps gebrauchen? Dann schau gerne in die früheren Rechtschreib-Quickies rein. Bisher habe ich über die drei Auslassungspünktchen und über die Frage geschrieben, ob „du“ klein oder groß geschrieben wird.

6 Argumente gegen Halloween – und meine Gegenargumente dazu

Argumente gegen Halloween

So richtig überzeugen mich die Argumente gegen Halloween ja nicht …

Heute ist Halloween, ein Fest, das immer noch die Gemüter erregt.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Ich mag Halloween und finde es ein bisschen schade, dass es noch nicht gefeiert wurde, als ich ein Kind war. Ich freue mich immer sehr, wenn ich die (wenigen) Kinder durch die Straßen ziehen sehe.

Das sieht nicht jeder so und in jedem Jahr gibt es sie wieder, diejenigen, die meinen, Halloween sei überflüssig, nervig, unpassend und müsse am Besten einfach wieder weg. Ich schaue mir ein paar der Argumente genauer an. Read more

Rechtschreib-Quickie: Auslassungpunkte

Rechtschreib-Quickie: Auslassungspunkte

Bei den drei harmlos wirkenden Pünktchen gibt es einige Fehlerquellen …

Wenn wir einen Teil des Satzes ungesagt lassen wollen oder eine Denk- und Sprechpause initiieren wollen, dann sind die Auslassungspunkte (…) eine gute Möglichkeit. Allerdings gibt es bei den drei harmlosen Pünktchen ein paar weit verbreitete Fehlerquellen.

Wie viele Auslassungspunkte setzt man?

Zunächst einmal zur Anzahl der Auslassungspunkt: Es sind genau drei.

Wenn du nur zwei Punkte machst, sieht das eher aus wie ein Tippfehler, durch den versehentlich der normale Punkt zweimal erscheint.

Und vier, fünf oder mehr Auslassungspunkte haben einen ähnlichen Effekt wie mehrere Ausrufe- oder Fragezeichen hintereinander: Sie wirken ein wenig überaufgeregt und in der Masse unseriös. Deshalb: Immer genau drei Pünktchen setzen.

Leerzeichen und Satzzeichen rund um die Auslassungspunkte

Vor den drei Pünktchen wird ein Leerzeichen gesetzt. Beispiel: „Ich dachte an … Naja, nicht so wichtig.“

Von dieser Regel gibt es aber eine Ausnahme: Wenn nicht ein Teil des Satzes weggelassen wurde, sondern ein Teil des Wortes, dann werden die drei Punkte direkt angefügt, ohne Leerzeichen. Beispiele:

  • „Das ist doch zum …“ (Leerzeichen vor den Punkten, weil ein Teil des Satzes ausgelassen wurde)
  • „Das finde ich richtig sch…“ (kein Leerzeichen vor den Punkten, weil ein Teil des Wortes ausgelassen wurde)

Vor den Auslassungspunkten kann ein Komma stehen, zum Beispiel dann, wenn es sich um eine Aufzählung handelt. Beispiel: „Kastanien, Nüsse, bunte Blätter, … Der Herbst ist da!“

Wenn der Satz nach den Auslassungspunkten beendet ist, wird kein zusätzlicher Punkt gesetzt. Ausrufezeichen oder Fragezeichen können jedoch gesetzt werden.

Wenn der Satz danach noch weitergeht, setzt man nach den Pünktchen ein weiteres Leerzeichen und schreibt dann einfach weiter.

Wenn man durch die Pünktchen anzeigen möchte, dass man einen Teil eines Zitats ausgelassen hat, setzt man sie in eckige Klammern. Beispiel: „Worte sind […] unsere wohl unerschöpflichste Quelle der Magie, Harry. Sie können Schmerz sowohl zufügen als auch lindern.“ (Dumbledore in „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“)

Die drei Pünktchen sind ein Sonderzeichen:

Wie hast du bisher deine Auslassungspunkte geschrieben? Vermutlich, indem du die Taste mit dem Punkt dreimal hintereinander gedrückt hast, oder?

Genau genommen ist das nicht richtig. Die drei Auslassungspunkte bilden nämlich ein gemeinsames Sonderzeichen, den Dreipunkt. Textverarbeitungsprogramme ersetzen das teilweise von selbst, du kannst das Sonderzeichen aber auch direkt eingeben:

  • Probiere es mal, indem du „AltGr“ und den Punkt drückst.
  • Auf dem Apple-PC drückst du die Tastenkombination „Alt“ und „+“.
  • Wenn das nicht klappt, drücke „Alt“ und die Ziffernfolge 0133 auf dem Ziffernblock („Num“ anschalten nicht vergessen).

Das ist dir zu kompliziert? Nicht so schlimm. Diese Unterscheidung ist wirklich nur in professionellen Schriften wichtig, die wenigsten werden den Unterschied bemerken.

Rechtschreib-Quickie: Schreibt man „du“ oder „Du“?

Rechtschreib-Quickie: "du" oder "Du"

In den meisten Fällen schreibt man „du“ klein.

Als Kind wurde mir noch beigebracht, dass man in der direkten Anrede das „Du“ groß schreibt, als Zeichen des Respekts. Das ist jedoch nur in wenigen Fällen richtig:

Im Normalfall schreibt man „du“ klein.

Nur dann, wenn man eine persönlich bekannte Person direkt anspricht, ist die Großschreibung erlaubt. Das ist zum Beispiel in einem Brief, einer Email oder sonstigen Nachricht der Fall, wenn sie sich an eine ganz konkrete Person richtet.

Eine eher allgemeine Anrede, zum Beispiel auf einer Homepage („Hast du dich auch schon immer gefragt, …“) oder in einem Fragebogen, gehört nicht zu den Sonderfällen, in denen eine Großschreibung in Ordnung geht.

Die einfachste und völlig korrekte Lösung ist also, „du“, „dein“ und auch die Mehrzahl „ihr“, „euer“ etc. immer klein zu schreiben.

Ob die Großschreibung in der direkten Anrede erwartet wird, hängt aber auch von der Zielperson ab: Diese Form des Respekts kommt vor allem bei älteren, konservativeren Menschen gut an. Bei einer jüngeren, moderneren Zielgruppe wirkt das groß geschriebene „Du“ eher altbacken.

Der Duden empfiehlt übrigens in der direkten Ansprache weiterhin die Großschreibung und erklärt hier noch einmal den Unterschied.

Warum ich kein akademisches Ghostwriting anbiete

Warum ich kein akademisches Ghostwriting anbiete

Für mich gibt es gute Gründe, kein akademisches Ghostwriting anzubieten

Ich schreibe wirklich gerne. Mein Business und ein guter Teil meiner Hobbys sind eng mit dem Schreiben verbunden. Ich bin da auch wirklich sehr vielseitig und schreibe von Märchen bis hin zu Ratgebertexten oder Landingpages eine ganze Menge.

Aber: Ich schreibe keine akademischen Arbeiten für andere.

Leider ist es unter Texter:innen recht weit verbreitet, bei akademischen Arbeiten zu „unterstützen“. Es gibt sogar ganze Agenturen, die genau darauf spezialisiert sind.

Wenn es sich dabei nur um ein Korrektorat oder Lektorat handelt, ist ja auch nichts verkehrt daran. Schwierig wird es aber, wenn Teile der Arbeit oder sogar ganze Master-, Abschluss- und Doktorarbeiten von Ghostwritern geschrieben werden.

Dass ich das nicht tue, hat mehrere Gründe: Read more

Naturnah gärtnern – aber als Ausrede

Titelbild Naturnah Gärtnern

Naturnah gärtnern bedeutet häufig, Dinge NICHT zu tun.

Ich arbeite wirklich gerne im Garten. Ich zupfe und mähe und schneide und grabe und pflanze mit Freude. Manchmal. Nun haben wir aber ein ziemlich großes Grundstück mit altem Baumbestand und jeder Menge Ecken, die zugewuchert sind, wenn man sich nur einmal umdreht. Gleichzeitig haben mein Liebster und ich nicht nur Jobs, Haushalt, Freunde und Familie, sondern auch jede Menge ziemlich zeitaufwendiger Hobbys. Das Gärtnern ist nur eines davon. Und das reicht nicht mal ansatzweise aus, um mit dem Wachstum Schritt zu halten und einen rundum hübsch gepflegten Garten zu erzeugen.

Macht aber nichts, denn mit den richtigen Prioritäten und ausreichend Widerstandskraft gegen nachbarliches Naserümpfen wird aus einem ungepflegten Garten ziemlich schnell naturnahes Gärtnern. Was ich darunter verstehe und warum ich das gut finde, erzähle ich in diesem Text. Read more