„ADHS ist meine Superkraft!“ Das lese ich immer wieder und finde die Aussage sehr schwierig.
Versteh mich nicht falsch: Ich kann sehr gut nachfühlen, was damit gemeint ist. Neurodivergenzen gehen mit großartigen Eigenschaften und Fähigkeiten einher. Trotzdem sehe ich diese Superkraft-Aussage extrem kritisch. Denn zum einen ist die Superkraft nie dann abrufbar, wenn wir sie brauchen. Und zum anderen geht ADHS auch mit massiven Herausforderungen einher.
Genauso schwierig wie die Superkraft-Einordnung finde ich es aber, wenn ADHS ausschließlich als Einschränkung oder gar Behinderung betrachtet wird. Ist es beides? Oder nichts von beidem? Oder wie? Schauen wir uns die Sache mal genauer an.





To-Want, nicht To-Do, das ist ein entscheidendes Detail bei diesem Experiment. Vor zwei Jahren bin ich schon mal dem Aufruf von
To-Do-Listen sind wichtig, keine Frage. Ohne Listen und Pläne würde ich überhaupt nichts auf die Reihe bekommen. Aber leider sieht die Realität dann oft so aus: Ich bin überwältigt von der extrem langen To-Do-Liste, auf der mir alle Punkte gleich wichtig vorkommen. Außerdem laufen immer irgendwelche Dinge anders, als ich sie geplant habe, und am Ende des Tages sind kaum Aufgaben abgehakt. Und das fühlt sich richtig beschissen an, weil es mit schlechtem Gewissen, dem Gefühl von Scheitern und einem vagen Empfinden von Unfähigkeit einhergeht.

