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Mein (Business-)Motto für 2024: Bedenke den Spaß!

Titelbild zum Blogbeitrag "Mein Motto für 2024: Bedenke den Spaß!"

Eigentlich habe ich beim Thema Motto in eine ganz andere Richtung gedacht …

Bedenke den Stress, Mimi.“ – „Ach was, bedenke den Spaß!“ Dieses Zitat stammt aus der wunderbaren Buch- und Hörspielreihe „Ghostsitter“, in der ein 14-jähriger Junge eine Geisterbahn erbt, deren Bewohner echt sind. Mimi ist ein Gespenstermädchen und von ihr stammt der herrliche Rat „Bedenke den Spaß“, der natürlich für ordentlich Chaos sorgen kann. Als ich über ein Motto für 2024 nachdachte (und eigentlich völlig andere Ideen hatte), da war es plötzlich da.

Auf Umwegen zum Jahresmotto 2024

Jedes Jahr in den Rauhnächten mache ich ein kleines Ritual: Ich schreibe 13 Wünsche für das neue Jahr auf einzelne Zettel. 12 Tage lang verbrenne ich dann einen dieser Zettel, natürlich ohne ihn zu lesen. Diese Wünsche gebe ich ab, in der Hoffnung, dass sie tief genug im Unterbewusstsein verankert sind und dass sich vielleicht „das Universum“ darum kümmert. Am Ende bleibt dann ein Wunsch übrig und das ist der, um den ich mich im neuen Jahr selbst kümmere.

Diesmal hatte ich das Ritual ein wenig abgewandelt. Ich habe keine ausformulierten Wünsche aufgeschrieben, sondern 13 Dinge, von denen ich mir im Jahr 2024 mehr wünche. Jeden Tag verbrannte ich also einen Zettel und übrig blieb der Wunsch nach mehr … nein, nicht Spaß. Sondern Zivilcourage. Ein Thema, das mich seit einigen Monaten sehr beschäftigt, weil ich die Demokratie im Moment ernsthaft in Gefahr sehe. Als ich über ein Motto des Jahres nachdachte, drehte ich also die Zivilcourage in meinem Kopf hin und her.

Außerdem gehört Sichtbarkeit in diesem Jahr zu meinen wichtigsten Zielen. Denn kurzentschlossen habe ich mich in Judith Peters‘ „The Content Society“ angemeldet und das bedeutet: Ich möchte in diesem Jahr mindestens 52 Blogartikel schreiben. Hier ist der erste.

Das dritte Thema, das in diesem Jahr noch deutlich mehr Aufmerksamkeit bekommen soll, ist meine Gesundheit. Zwischen diesen drei Begriffen dachte ich also hin und her. Gesundheit, Sichtbarkeit, Zivilcourage. Und plötzlich, beim Spazierengehen, war da der Ausspruch von Geistermädchen Mimi: „Bedenke den Spaß!“ Und der brachte etwas in mir zum Klingen.

Ernste Themen funktionieren nur mit Freude

Die drei Themen, die mir gerade wichtig sind, sind nämlich mit vielen Bedenken, Ängsten und Widerständen verbunden. Und einiges davon ist ehrlich gesagt auch ziemlich unangenehm.

Schaffe ich es, das wöchentliche Bloggen durchzuziehen? Interessiert es überhaupt irgendwen, was ich hier schreibe? Mit welchen Themen setze ich mich in die Nesseln? Warum habe ich solche Hemmungen davor, regelmäßig auf Social Media zu posten? Vielleicht sollte ich das lieber doch lassen.

Wie kann ich mehr Bewegung in meinen Alltag integrieren und meinen Zuckerkonsum reduzieren? Sollte ich eine Kur beantragen? Wie bekomme ich Wehwehchen A in den Griff und wie kann ich Wert B verbessern? Oh, zur Augenärztin müsste ich auch mal wieder.

Ist die Demokratie zu retten? Und ist sie überhaupt ernsthaft in Gefahr? Was kann ich als einzelnes Menschlein mit sehr begrenzter Zeit und wenig Einfluss bewirken? Werden meine Briefe an Politiker:innen gelesen und wie viel bringen sie? Wo braucht es bei rechten oder verschwörungstheoretisierenden Inhalten auf Social Media Widerspruch und wo sollte man ihnen gar nicht erst Aufmerksamkeit geben? Wie kann ich mich mit diesen Themen intensiv beschäftigen, ohne zu verzweifeln?

All das ist mir total wichtig. Es ist klar, dass diese drei Bereiche mein Jahr 2024 prägen werden. Aber sie liegen alle deutlich außerhalb meiner Komfortzone und stecken voller Abers und unangenehmer Details. Und hier kommt mein Motto ins Spiel. „Bedenke den Spaß“ kann man jedem Aber, jeder Sorge, jeder Unsicherheit entgegenwerfen. Er steht über den anderen Themen. Er spornt mich an, herausfinden, wo der spaßige Aspekt in der aktuellen Aufgabe liegt oder wie ich anschließend für Ausgleich sorgen kann. Bedenke den Spaß, gerade dann, wenn mal wieder alles schwer aussieht.

Noch mehr Spaß im Business

Ich liebe meinen Beruf wirklich sehr. Es gibt kaum etwas, das ich lieber tue als zu schreiben. Ich denke schreibend, ich verarbeite Probleme schreibend, ich finde schreibend Ideen und ich kommuniziere am liebsten schreibend. Und ich schreibe wahnsinnig gerne gute Texte für meine Kund:innen und für meinen eigenen Blog.

Trotzdem sitze ich nicht jeden Tag an der Arbeit und strahle über beide Ohren. Manchmal ist es auch anstrengend oder lästig. Wenn das Thema des aktuellen Auftrags mich nicht besonders interessiert zum Beispiel. Oder wenn gerade zu viele Dinge auf einmal kommen. Wenn ich mit meiner Positionierung oder meiner Nische hadere oder wenn die Kommunikation mal nicht so einfach ist. Und genau da möchte ich genauer hinschauen.

Klar: Nicht jeder Aspekt der Arbeit muss Spaß machen und die Freude ist auch nicht jeden Tag gleich. Aber es lohnt sich, immer wieder zu überprüfen, welche Aufträge mir am meisten Freude machen (und damit natürlich auch am besten werden) und bei welchen es schwieriger ist. Denn am Ende merkt man es einem Text meistens an, ob er mehr Freude oder Mühe gemacht hat.

Bedenke den Spaß“ ist Grund genug

Schon letzten Jahr habe ich damit begonnen, „grundlose“ Kreativität zurück in mein Leben zu bringen. Das ist eine ganz schöne Herausforderung für mich. Denn einerseits tut mir das Malen, Basteln, Gestalten unheimlich gut. Andererseits finde ich es aber ganz schön schwierig, meine Leistung dabei nicht zu bewerten. Und außerdem ist da immer die Frage meines inneren Spießers im Kopf, wofür ich denn DAS jetzt nun wieder machen oder brauchen sollte.

Bedenke den Spaß“ ist ein Ja zum Ja. Freude und Spaß sind Grund genug, wenn nicht sogar die besten Gründe überhaupt! Und sie ermöglichen Erfahrungen, die auf andere Weise nicht möglich wären.

Mit Gamification zum Ziel

Und schließlich hat „Bedenke den Spaß“ noch einen weiteren Aspekt für mich: Ich weiß, dass Spaß der eine große Schlüssel ist, mit dem ich mich trotz ADHS ganz gut organisieren, Aufgaben erledigen und meine Ziele erreichen kann. Das Zauberwort heißt Gamification, also die Anwendung von (Video-)Spielmechaniken auf andere Lebensbereiche. Ich nutze zum Beispiel 4thewords für meine eigenen Schreibprojekte, TheConqueror und Ring Fit Adventure für mehr Bewegung und Habitica für To-Dos.

Da ist aber noch Luft nach oben! Ich werde mir in diesem Jahr also weitere Lebens- und Themenbereiche anschauen und mich fragen, wie ich sie gamifizieren kann. Denn mit mehr Spaß funktioniert einfach alles besser. Bei mir jedenfalls.

10 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Was für ein mega schöner erster Artikel im Rahmen von TCS. Aber wie ich dann las, ist Schreiben Dein Geschäft, ich bin also nur ein kleines bisschen neidisch. 😉
    Nein, ernsthaft, wirklich toller Artikel über ein sehr cooles Motto, welches tiefer geht für Dich, ganz offensichtlich, als es auf den ersten Blick erscheint. Find ich klasse!

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    • Liebe Aimée,
      herzlichen Dank für deinen netten Kommentar 🙂 Es freut mich wahnsinnig, dass du den Artikel magst! Auf die nächsten 51 (mindestens 😉 )!
      Viele Grüße
      Birgit

      Antworten

  2. Hallo Birgit,
    in deinem Artikel habe ich mich in vielen Punkten wiedererkannt. Ich finde es klasse, wie du deinen Prioritäten in diesem Jahr, die dir wichtig sind und die aber auch viel Veränderung und Unsicherheiten bedeuten, so einen Satz entgegenhältst: Bedenke den Spaß!
    Dein Weg, mit Gamificstion ans Ziel zu kommen, finde ich spannend! Das wäre doch ein gutes Thema für einen weiteren Blogartikel, oder? Ich freue mich auf deine weiteren 51 Texte.
    Herzliche Grüße
    Wiebke

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    • Liebe Wiebke,
      danke für deinen Kommentar 🙂 Ja, einen Text über Gamification habe ich schon länger im Kopf. Mal sehen, ob der demnächst mal aus den Tasten fließt 🙂
      Viele Grüße
      Birgit

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  3. Bedenke den Spaß, gerade auf die Art, wie Mimi es anbringt ist tatsächlich ein großartiges Motto 🙂 Finde ich super.

    Ich habe jetzt Zwei Jahre nur den Vorsatz „Überleben“ gehabt und für 2024 habe ich es erweitert um „Überleben und gute Momente sammeln“ . Deines finde ich fast besser, vielleicht wird es dann das Motto für 2025 🙂

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    • Liebe Abraxa, man kann ja auch nebenbei damit beginnen, den Spaß zu bedenken 🙂 Aber gute Momente sammeln ist auf jeden Fall eine sehr gute Sache! Sammelst du sie tatsächlich auch irgendwo, um dich daran zu erinnern? Ich glaube, das könnte toll sein. Und mit dem „Überleben“ unbedingt weitermachen! Liebe Grüße, Birgit

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  4. Huhu, und danke für deinen Blog.
    Ich lese die Artikel gerne, auch wenn ich selten kommentiere.

    In deinem ersten Artikel dieses Jahr steckt auch wieder einiges drin, wo ich wieder finde, und dein Rauhnächte Ritual spricht mich sehr an.
    Das kommt auf die Liste der Dinge, die ich für mich ausprobieren möchte.

    Ansonsten möchte ich noch mein Jahresmotto mit euch teilen;
    Erlaube dir zu träumen.

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    • Hallo Michelle, das ist auch ein sehr schönes Motto, das mich sofort anspricht 🙂 Danke für deinen Kommentar! Viele Grüße, Birgit

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  5. Liebe Birgit, dein Motto bringt in mir sofort etwas zum Klingen. Bedenke den Spaß, das kann wirklich über allem stehen. Eine Anforderung, die keinen Spaß macht, wird sofort leichter, wenn ich bedenke, was ich an Konsequenzen in Bezug auf meine Freude zu erwarten habe, wenn ich diese Anforderung nicht erledige: Sie sitzt dann wie ein Bleisack auf meinem Rücken und raubt mir für alles Weitere die Freude. Ich denke da gerade konkret an die Steuererklärung. 🙂
    Mir gefällt auch, dass du über Zivilcourage schreibst und dir der Erhalt der Demokratie so wichtig ist. Darüber nachzudenken tut weh, weil es mich mit meiner Angst konfrontiert. Ich lebe in Sachsen und ich habe Angst um unsere Demokratie, große Angst. „Bedenke den Spaß“ hilft hier, den Fokus auf das zu legen, was neben der Angst auch noch existiert – Freundschaft, Liebe, intakte soziale Netzwerke. So bleibe ich offen, für das was ist und gebe der Angst vor dem, was da vielleicht kommt, nicht die Macht mich zu verschlingen.
    Was mir ebenfalls gefällt, ist die „grundlose Kreativität“. Etwas tun, einfach nur, weil es Spaß macht, ohne zu fragen, wofür es gut ist, ob es sinnvoll und brauchbar ist. Denn es ist gut, sinnvoll und brauchbar, weil es mir Spaß macht. Danke für diesen Beitrag. Herzliche Grüße Sylvia

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    • Liebe Sylvia,
      vielen Dank für deinen Kommentar! Es freut mich sehr, dass dir mein Text und auch mein Motto so gut gefallen! Ich mag vor allem den ersten Punkt, den du beschreibst: dass es Auswirkungen auf meinen zukünftigen Spaß hat, wenn ich etwas Unangenehmes NICHT erledige. Diesen Aspekt hatte ich noch gar nicht so genau im Kopf, aber er ist natürlich absolut wahr! Vielen Dank für diesen neuen Puzzlestein 🙂
      Viele Grüße
      Birgit

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