
Unnütze Fakten, die in meinem Kopf wohnen (und jetzt auch in deinem)
Eigentlich wollte ich etwas Schlaues über ADHS, inklusive Sprache oder Texten schreiben. Aber mein Hirn ist heute eher verspielt-kreativ gelaunt und weniger konstruktiv-strukturiert. Und wenn ich eines in den letzten Jahren gelernt habe, dann das:
Wenn ich solchen Tagesformen und Impulsen nachgebe, kommt am Ende viel mehr heraus, als wenn ich versuche, etwas zu erzwingen.
Also geht es in diesem Blogartikel (übrigens der 5. in der laufenden Blogdekade, in der ich 10 Blogartikel innerhalb von 10 Tagen plane) um unnütze Fakten, die mein Hirn so nebenher ausspuckt.
Unnütze Fakten, Nr. 1: eine absurd große Aorta
Blauwale sind groß. Sehr, sehr groß. Sie gehören zu den größen und schwersten Tieren, die jemals die Erde bewohnt haben.
WIE groß so ein Blauwal ist, wird an einem echt absurden Fakt besonders deutlich: Ihre Hauptschlagader (Aorta) ist so groß, dass ein Mensch hindurchkriechen könnte. Eine Ader! Durch die pumpt dann ein Herz, das so groß ist wie ein Kleinwagen, etwa 10.000 Liter Blut pro Minute. Und dann wollen mir immer noch Leute erzählen, dass das Meer nicht gruselig ist …
Unnütze Fakten, Nr. 2: ein absurd kleiner Weltrekord
Was schätzt du: Wie viele M&Ms kann man aufeinanderstapeln, wenn man der allerbeste M&M-Stapler der Welt ist?
Ich hätte vielleicht 20 getippt. Mindestens. Die Antwort ist aber: 7.
Und das ist schon der dritte Rekord, den der Australier Brendan Lekbie in dieser Disziplin hält. Den ersten M&M-Stapel-Rekord hat er mit 4 M&Ms erreicht, ihn dann mit 6 übertroffen und schließlich mit 7 einen neuen, nicht so richtig spektaklär klingenden Weltrekord aufgestellt.
(Ob man die M&Ms dafür anlecken darf? Wohl eher nicht.)
Unnütze Fakten, Nr. 3: gar nicht süße Marshmallows
Eine Sache, die ich beim Texten sehr liebe: Ich lerne immer wieder neue Dinge. Oft Nützliches, manchmal auch eher unnützen Kleinkram. So wie das:
Marshmallow-Extrakt wird in der Kosmetik eingesetzt.
Was ich erst dazu dachte: „Die werden doch nicht ernsthaft Zucker und Gelatine in ihre Cremes packen und dafür dann den Euphemismus Marshmallow-Extrakt verwenden?“
Was ich dann herausgefunden habe: Marshmallow ist der englische Begriff für eine Pflanze, genau genommen für den Echten Eibisch. Und der wird nicht nur als Hausmittel eingesetzt (Eibischwurzelauszug hat bei Halsschmerzen bei mir schon kleine Wunder bewirkt), sondern war auch Bestandteil der ursprünglichen Marshmallows.
Jetzt wisst ihr das auch 😀
Unnütze Fakten, Nr. 4: die häufigsten Namen
Der häufigste männliche Vorname der Welt ist „Mohammed“ und der häufigste Nachname ist „Li“. So behauptet es jedenfalls Sheldon in The Big Bang Theory: Er verwendet einmal den erfundenen Namen Mohammed Li, als er einen Namen raten soll, weil er meint, dass er damit seine Chancen erhöht.
Als ich jetzt ein wenig nachgeforscht habe, hat sich allerdings herausgestellt, dass „Wang“ noch häufiger sein dürfte als „Li“. Kein Wunder, dass Sheldon nicht richtig geraten hat!
Der insgesamt häufigste Vorname der Welt ist übrigens Maria (verwendet für alle Geschlechter).
Unnütze Fakten, Nr. 5: Haare aus Eis
Es gibt ein ungewöhnliches Naturphänomen, das „Haareis“ heißt und auch genau so aussieht, wie es klingt. Auf morschem Totholz bilden sich manchmal Gebilde aus Eis, die aussehen wie Haarschöpfe. Lauter winzige Eisnadeln fügen sich zu diesem Phänomen zusammen. Sehr faszinierend!
Leider habe ich Haareis noch nie mit eigenen Augen gesehen. Du?
Unnütze Fakten, Nr. 6: Jahrzehnte ohne Dosenöffner
Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die Konservendose erfunden und auch recht schnell eingesetzt: Ab 1813 nutzte man sie bei der britischen Armee und der Royal Navy.
Der Dosenöffner wurde allerdings erst Jahrzehnte später erfunden, genau genommen im Jahr 1855. Bis dahin öffnete man die Dosen mit dem, was man eben gerade hatte: Hammer und Meißel, Beile, Messer, Bajonette. Ich möchte gar nicht wissen, wie viele Menschen sich beim Öffnen ihres Mittagessens schwer verletzt haben …
Unnütze Fakten, Nr. 7: Blaumachen, wörtlich
Der Begriff „Blaumachen“ kommt tatsächlich aus der Färberei: Blaue Stoffe mussten beim Färben nämlich lange im Freien liegen, um blau zu werden. Irgendeine chemische Reaktion, fragt mich nicht.
Während dieser Zeit konnten die Färber jedenfalls nicht weiterarbeiten, weil sie ja auf ihre Stoffe warten mussten. „Blau machen“ bedeutet also, während der Arbeit Freizeit zu haben bzw. gar nicht erst hinzugehen.
(Was ich mich allerdings frage, ist Folgendes: HATTEN DIE SONST NICHTS ZU TUN? Ich setze mich ja auch nicht auf den Balkon, weil gerade meine Wäsche trocknen muss. Sollte ich vielleicht mal einführen …)
In deinem Gehirn ist auch so seltsamer Kram gespeichert? Cool! Ich freue mich über weiteres nutzloses Wissen in den Kommentaren 😀

Liebe Birgit,
so einen Artikel könnte ich auch schreiben. Herrlich, was so alles in Köpfen wohnen darf. Deine Fakten waren allerdings neu für mich.
Deine Dosenöffner-Geschichte ist das absolute Highlight für mich; danke für das Kopfkino, das Gemetzel aller Art in wilde Szenerien packt!
Oder ist es doch die Aorta und die Vorstellung, darin herumzuwandern? Ich muss mich ja zum Glück nicht entscheiden.
Ich bin sehr begeistert.
Liebe Grüße
Silke
Oh Silke, bitte schreibe diesen Artikel unbedingt und hinterlasse mir einen Link dazu! Ich finde solche unnützen Nebensächlichkeiten wahnsinnig interessant und möchte unbedingt wissen, was in den Köpfen anderer Leute so an witzigen und interessanten Fakten schlummert! Viele Grüße, Birgit
„Ob man die M&Ms dafür anlecken darf?“
Danke für diesen Lacher. Als Person, die sich alles sofort bildlich vorstellt, hatte ich dazu auch gleich den Gesichtsausdruck des Jurors im Kopf!
Liebe Alke, das wäre doch eine sehr naheliegende Idee, findest du nicht? 😀 Aber ich fürchte, das ist bei dieser Aufgabe weder erlaubt noch vorgesehen. Sonst müsste das Türmchen sicher höher sein. Es freut mich jedenfalls sehr, dass du Spaß mit dem Artikel hattest, ich hatte beim Schreiben auch sehr viel Freude! Liebe Grüße, Birgit
Liebe Birgit,
was für ein cooler Artikel!
Ich schenke dir noch ein unnützes Wissen:
Wombats kacken würfelförmig 😀
Liebe Grüße,
Katarin
Liebe Katarin, es freut mich sehr, dass dir mein Artikel gefällt! Er hat mir auch sehr viel Spaß gemacht! Das mit den Wombat-Würfeln wusste ich tatsächlich schon, aber es ist ein richtig toller unnützer Funfact, vielen Dank 😀 Liebe Grüße, Birgit
„Blau machen“ beschreibt Eva Heller in ihrem Buch „wie Farben wirken“: Das Blau wurde aus der Waidpflanze mit Hilfe von Sonne, Urin und Alkohol gelöst. Praktischerweise nahm der Alkohol den direkten Weg durch den Urin der Färber…..;o)
Oh, das ist ein spannendes Detail 😀 Vielen Dank dafür! Liebe Grüße, Birgit
Da erklärt sich ja vielleicht auch gleich noch der Ausdruck „blau sein“… 😅