Suche
Suche Menü

ADHS-Lifehack: Done-Liste statt To-Do-Liste

Aquarellhintergrund und Schriftzug: "ADHS-Lifehack: Done-Liste statt To-Do-Liste" (Titelbild zum gleichnamigen Blogartikel)To-Do-Listen sind wichtig, keine Frage. Ohne Listen und Pläne würde ich überhaupt nichts auf die Reihe bekommen. Aber leider sieht die Realität dann oft so aus: Ich bin überwältigt von der extrem langen To-Do-Liste, auf der mir alle Punkte gleich wichtig vorkommen. Außerdem laufen immer irgendwelche Dinge anders, als ich sie geplant habe, und am Ende des Tages sind kaum Aufgaben abgehakt. Und das fühlt sich richtig beschissen an, weil es mit schlechtem Gewissen, dem Gefühl von Scheitern und einem vagen Empfinden von Unfähigkeit einhergeht.

Welcher ADHS-Lifehack mir in solchen Situationen hilft: eine Done-Liste. Also eine Liste, auf der ich alles aufschreibe, was ich gemacht habe. Und wenn ich „alles“ sage, dann meine ich auch alles.

So funktioniert die Done-Liste

Eine Done-Liste ist eine Aufzählung von allen Dingen, die du an einem Tag wirklich geschafft hast. Da rede ich nicht nur von großen, spektakulären Aufgaben, sondern auch und gerade von den vielen Kleinigkeiten, die uns der Alltag nun mal so abverlangt.

Auf meiner Done-Liste stehen auch solche Dinge:

  • geduscht
  • Medikamente genommen
  • Mail beantwortet
  • Spülmaschine ausgeräumt
  • gelüftet

Uns wird zwar immer eingeredet, dass so etwas doch normal und nicht der Erwähnung wert sei. Aber das ist eine glatte Lüge. Übrigens nicht nur (aber ganz besonders) für neurodivergente Menschen. 

Dass ich geduscht und gekämmt bin, dass kein Geschirr in der Spüle herumsteht und dass ich es schaffe, regelmäßig meine Medikamente zu nehmen, das sind Leistungen, die Routinen, Organisation und Energie erfordern. Wer das Gegenteil behauptet, sagt auch so was wie „Der Haushalt geht doch nebenher!“ Nein, Hans-Jürgen, geht er nicht! Für niemanden übrigens!

Aber ich schweife ab. Die Done-Liste ist für ALLE Dinge da, die du gemacht hast. Auch und gerade für die Kleinigkeiten. Auch so was wie „mit der Katze gekuschelt“, denn das ist eine fürsorgliche Handlung für dich und deine Katze und damit definitiv wichtig. Und da kommen wir auch schon zu den Vorteilen einer Done-Liste:

4 Vorteile einer Done-Liste für ADHS-Gehirne

  1. Die Liste baut keinen Druck auf, sondern reduziert ihn. Sie schaut dich nicht vorwurfsvoll an wie die spaßbefreite To-Do-Liste, sondern klopft dir anerkennend auf die Schulter.
  2. Mit der Done-Liste hast du sofort den Beweis, dass du sehr wohl etwas geleistet hast. Wahrscheinlich sogar eine ganze Menge, auch wenn das vielleicht nicht die Dinge sind, die du dir vorgenommen hattest.
  3. Du kannst besser erkennen, wo deine Zeit und Energie eigentlich hingehen. Nach und nach kannst du dadurch Muster erkennen und leichter entscheiden, ob und wo du etwas ändern möchtest.
  4. Und schließlich hilft die Done-Liste auch, das eigene Leben realistischer einzuschätzen. Die meisten To-Do-Listen sind nämlich absurd lang und KÖNNEN gar nicht in der geplanten Zeit abgearbeitet werden. Bei ADHSler*innen erst recht nicht, weil unser Zeitgefühl ganz schön verbeult ist.

Du wünschst dir Tipps, die genau auf deine Situation zugeschnitten sind?

Dann kannst du hier ein kostenloses und unverbindliches Kennenlerngespräch mit mir buchen:Button zum Angebot "ADHS - und jetzt?" 1:1-Begleitung für Erwachsene mit ADHS


Das könnte dich auch interessieren:

6 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Birgit, die Done-Liste ist wirklich eine gute Sache. Ich denke da öfters, dass ich das machen möchte, weil ich abends meist das Gefühl habe, nichts voran gebracht zu haben. Dabei rödelt man sich den ganzen Tag ab. Irgendwas macht man ja. Aber das vergisst man und sieht nur, was nicht geschafft ist.
    Ich hatte jetzt eine lange Blogpause, habe aber wieder angefangen. Und es zentriert meine Ideen und Pläne irgendwie gut. Mit einem Blogartikel kriege ich Struktur in meine Woche. Ich habe jetzt neu den WordPressblog Silberrosen-Dekoblog. Vielleicht magst du mich ja dort mal besuchen. Herzliche Grüße, Johanna ex Silber-Rosen.blogspot.

    Antworten

    • Liebe Johanna, wie schön, dass du wieder mit dem Bloggen angefangen hast! Ich habe gerade mal reingeschaut, sieht sehr gut aus 🙂 Viel Erfolg und Spaß damit! Liebe Grüße, Birgit

      Antworten

  2. Liebe Birgit,

    ich bin ja bekennender To-Do-Listen-Mensch und absoluter Typ-A-Planer, aber meine Done-Liste hat trotzdem ihren festen Platz. In meinem Bullet Journal notiere ich oft nachträglich, was erledigt ist, einfach weil das Abhaken so gut tut. Völlig legitim, finde ich.

    Liebe Grüße
    Eva

    Antworten

    • Liebe Eva, ich finde das auch sehr hilfreich und wohltuend. Gerade bei so Haushalts- oder Organisationskram, den ich oft nicht auf der Liste habe, sondern nebenher erledige. Da frage ich mich dann oft, was ich eigentlich die ganze Zeit getan habe. Die Done-Liste ist da super hilfreich. Liebe Grüße und danke für deinen Kommentar! Birgit

      Antworten

  3. Ich mache das auch teilweise: statt was ich tun sollte, auflisten was ich getan habe den Tag über… Dann sieht man viel besser, daß man tatsächlich was gemacht hat und fühlt sich gleich viel besser.

    Antworten

    • Ja, genau diesen Effekt mag ich auch so sehr 🙂 Ich mache das nicht jeden Tag, aber immer dann, wenn ich das Gefühl habe, es könnte mir jetzt guttun. Liebe Grüße, Birgit

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.