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ADHS-Alltagstipp: Wie du dich daran erinnerst, was du gerade tust

Titelbild zum Blogartikel "ADHS-Alltagstipp: Wie du dich daran erinnerst, was du gerade tust"

Wichtig zu wissen: Dieser Blogartikel ist zuerst in meinem virtuellen ADHS-Adventskalender „Neurodivergenz und Zimt“ erschienen. Genau genommen war er Türchen 1 und trug den Titel „ADHS-Alltagstipp: Selbstgespräche, Festivalbändchen und Putzkraft Annemarie“. Wenn du noch einsteigen und bis zum 24. Dezember jeden Tag eine Mail mit einem ADHS-Tipp bekommen möchtest, kannst du dich hier anmelden. Aber jetzt geht es erst mal los mit dem Thema:

Wenn aus dem Teekochen drölf andere Aufgaben werden

Eigentlich wollte ich nur kurz einen Tee kochen, aber dann war die Spülmaschine fertig und ich habe angefangen, sie schnell auszuräumen. Dann fiel mir ein, dass ich noch dringend diese eine E-Mail beantworten wollte. Also schnell das Handy gezückt und vorher ganz kurz bei Instagram reingeschaut. Oh, hoppla, die Spülmaschine … Also dort weitermachen und feststellen, dass die Schublade mit den Tupperdosen nicht mehr richtig zugeht. Die wollte ich ja eh schon längst aussortieren, das mache ich schnell …

Alles gleichzeitig tun und nichts zu Ende bringen

Du weißt genau, worauf ich hinauswill, oder? 😀 In meinem und vielleicht auch deinem Kopf laufen immer verschiedene Themen gleichzeitig. Die kleinste Ablenkung kann genügen, um plötzlich an einer ganz anderen Stelle zu stehen. Und am Ende ist die Spülmaschine halb ausgeräumt, der Küchenboden geht im Tupper-Chaos unter, die Mail ist immer noch nicht beantwortet und Tee habe ich auch nicht.

Deshalb stelle ich dir heute einen Alltagstrick in vier Varianten vor, der mir selbst regelmäßig den Kopf rettet.

So erinnerst du dich daran, was du gerade tust

Eigentlich ist der Grundgedanke ganz einfach: Mir hilft es, mir selbst klar und deutlich zu zeigen, was ich gerade tue. Dafür gibt es eine ganze Reihe von Eskalationsstufen, je nach Drastik des Problems:

  1. Selbstgespräch: „Ich koche mir jetzt erst mal einen Tee.“ So etwas laut auszusprechen erhöht die Chance beträchtlich, dass ich genau das auch tue.
  2. Zettel: Auf meinem Schreibtisch liegt fast immer ein bunter Zettel, auf den ich richtig groß schreibe, was ich gerade mache. Idealerweise liegt darunter (also außer Sicht, das ist wichtig) noch ein zweiter Zettel, auf dem steht, was ich als nächstes machen will. An ganz konfusen Tagen lege ich mir auch in die Küche oder an andere Stellen solche Zettel. Hauptsache, mir fällt wieder ein, was ich gerade machen wollte.
  3. Beschreibbare Armbänder: Diesen großartigen Trick habe ich noch nicht selbst getestet, aber bei anderen gesehen. So funktioniert er: Besorge dir unbedruckte Festivalbändchen aus Papier! Schreibe auf ein Bändchen, was du als nächstes tun willst, und klebe es dir ums Handgelenk. So kannst du immer nachschauen, was gerade dran ist. Positiver Zusatz-Motivationseffekt: Wenn du fertig bist, kannst du das Bändchen durchschneiden und siehst direkt, dass du etwas geschafft hast.
  4. Rollenspiel: In ganz krassen Fällen (oder wenn du einfach Spaß an solchem Quatsch hast) kannst du dir Charaktere ausdenken, die für bestimmte Aufgaben zuständig sind. Die Putzkraft Annemarie zum Beispiel, die sich während ihrer Arbeitszeit ganz sicher nicht an deinen Schreibtisch setzt oder anfängt, ein neues Ordnungssystem für deine Sockenschublade zu entwickeln. Hefte dir ein Namensschild an, setze einen komischen Hut auf oder zieh eine olle Schürze an! Hauptsache, du erinnerst dich, was du gerade tun wolltest.

Das könntest du heute tun:

Such dir für heute oder morgen eine dieser Ideen aus und spiel damit ein bisschen herum! Und wenn du am Ende trotzdem mit einem kalten Tee, einer offenen Spülmaschine und einer seltsam sortierten Tupper-Schublade dastehst: Hey, das passiert den Besten 😉

Lust auf mehr ADHS-Impulse?

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